

Warum betreiben wir Unterlagenzüchtung?
Das Einschleppen der Reblaus, Daktulosphaira vitifoliae Fitch, um 1860 führte zu dramatischen Schäden im europäischen Weinbau. Versuche, den aus Amerika stammenden Schädling durch Quarantäne und Bodenentseuchung aufzuhalten, zeigten nur kurzfristige Wirkung. Die Lösung des Problems brachte die Entwicklung Reblaus toleranter Unterlagen aus amerikanischen Wildreben und die Veredlung auf diese.
Rebenveredlung in Geisenheim
Für die neu gezüchteten Unterlagen waren entsprechende Veredlungsmethoden erforderlich. Geisenheimer Wissenschaftler entdeckten sehr schnell die Probleme der Standortveredlung und so entwickelten sie ab 1880 an entsprechenden Tischveredlungsverfahren. Diese Techniken, wie Kartonage, Chinosol sind heute fester Bestandteil in deutschen Rebschulen und bilden die Grundlage einer sicheren Versorgung deutscher Winzer mit Pfropfreben.
Zu neuen Ufern - die Zukunft hat schon begonnen
Alle bisher verwendeten Unterlagen tolerieren die Reblaus an ihren Wurzeln bieten ihnen aber trotzdem eine Nahrungsgrundlage. Die Unterlagenzüchtung in Geisenheim zielt auf vollständig Reblaus resistente Sorten ab, die diesen Nachteil nicht mehr haben. Dass dieser Weg möglich ist, zeigt die neue Unterlage Börner anschaulich.


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